Teudogar und das Bündnis mit Rom

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Währung und Preisbeispiele

Anders als die benachbarten Kelten prägten die Germanen keine Münzen, sondern blieben auf der Stufe des Tauschhandels. Freilich akzeptierten sie römische oder keltische Münzen aus Kupfer, Silber oder Gold, aber nur nach ihrem Metallwert, als Tauschobjekte. Lieber tauschten sie Eisenbarren, die der Empfänger bei Bedarf einfach in Werkzeug oder Waffen verarbeiten konnte.

Die eigentliche germanische 'Währung' bildete Vieh: Wie in archaischer Zeit tauschten z.B. die Franken noch um 850 n.Chr. 9 Ochsen gegen ein Kettenhemd, oder 7 Rinder für ein gutes Schwert.
D.h., noch im Mittelalter waren die wirtschaftlichen Verhältnisse in Germanien so ähnlich wie 1000 v.Chr. bei den Frühgriechen Homers: Zu Odysseus' Zeiten kostete in Griechenland eine Rüstung 9 Rinder, eine geschickte Haussklavin 4 Rinder und eine schöne Sklavin bis zu 20 Rinder.

Freilich hatten auch die Römer bis etwa 300 v.Chr. neben Bronzebarren vor allem Vieh als Tauschmittel verwendet; das römische Wort 'pecunia' (Geld) stammt von 'pecus' (Vieh). Doch seit 200 v.Chr. gab es überall im römischen Reich moderne wirtschaftliche Verhältnisse mit Großhändlern, Bankiers und Spekulanten. (Die Zinsen lagen zwischen 8 und 12 %; auch Zinseszins wurde berechnet.)

Zur Regierungszeit des Kaisers Augustus (31 v.Chr. bis 14 n.Chr.) waren römische Münzen aus Gold, Silber, Messing und Kupfer in Umlauf: Ein Aureus (8 g Gold) war soviel wert wie 25 Denar (je 3,5 g Silber) oder 100 Sesterzen (Messingmünzen) oder 400 Asse (Kupfermünzen).

Arbeitszeit war deutlich billiger als heute, aber die Produktivität war viel geringer. Fertige Produkte waren deshalb teurer. Auch der Metallwert war größer als heute: Z.B. konnte man für ein Goldstück acht Arbeiter eine Woche lang arbeiten lassen - heute wären 8 g Gold nur etwa 90 Euro oder 100 US$ wert.

Ein paar Preisbeispiele geben vielleicht eine Vorstellung von den damaligen Verhältnissen im römischen Reich (zur besseren Übersicht alle Preise in Silbermünzen/Denar).

Ein Arbeiter bekam 1/2 bis 1 Denar als Tageslohn. Dafür konnte er Unterkunft und Verpflegung für einen Tag erwerben.
Für 3 Denar pro Monat konnte man in Rom eine kleine Kammer im obersten Stock eines Mietshauses mieten.

Der Eintritt in die luxuriösen öffentlichen Schwimmbäder kostete nur einen symbolischen Betrag (1/64 Denar); Theateraufführungen und Zirkusspiele waren in Rom kostenlos.
Ein Liter guter Wein kostete 1/2 bis 1 Denar, die Dienste eines Freudenmädchens 1/4 Denar, ein Buch 1 bis 5 Denar, ein Arbeitsgewand 10 Denar, eine feine Tunika 50 Denar. Ein Schwein kostete 65 Denar, ein Rind 200 Denar, ein Sklave 200 bis 1000 Denar.

Ein einfacher Legionär bekam 225 Denar Jahressold - soviel wie ein Arbeiter verdiente. Allerdings erhielt er Verpflegung und Unterkunft kostenlos, und Augustus gab jedem seiner Veteranen 3.000 Denar als Pensionsgeschenk.
Ein leichtbewaffneter Soldat einer Hilfstruppe bekam nur 180 Denar pro Jahr, ein römischer Offizier dagegen 2.500 bis 10.000 Denar im Jahr, d.h. er verdiente am Tag soviel wie ein Legionär im Monat.

Ein großer römischer Gutshof mit Werkstätten und Kleinbetrieben konnte 25.000 bis 50.000 Denar als Jahresertrag abwerfen. Und die Spitzengehälter in der kaiserlichen Verwaltung gingen bis 75.000 Denar im Jahr - dafür hätte man sich jedes Jahr über 300 Sklaven kaufen können.

Der von Sponsoren gezahlte Siegespreis für ein Wagenrennen in Rom betrug 10.000 Denar. Ein reichverziertes römisches Tafelgeschirr aus Silber (68teilig, über 50 kg schwer), das als Bestechungsgeschenk oder Kriegsbeute nach Germanien gekommen war, hatte allein einen Materialwert von 15.000 Denar - genug, um für einen Monat 1000 Söldner zu mieten.

Ein römischer Ritter verlor seinen Titel, wenn er nicht mindestens 100.000 Denar besaß; eine Familie der senatorischen Oberschicht hatte gewöhnlich ein Vermögen von 1 bis 4 Millionen Denar.

Zum Vergleich: Die jährlichen Soldkosten für alle Legionen betrugen etwa 25 Millionen Denar, die jährlichen Spenden des Kaisers an das Volk (Brot, Bauten, Spiele) 250 Millionen Denar.

Soweit die Verhältnisse im zivilisierten römischen Reich. In Germanien konnte von Staatshaushalt, Mietverträgen oder Zinszahlungen natürlich keine Rede sein, und persönlicher Wohlstand wurde nach Rindern und Getreidevorräten gemessen.








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