Teudogar und das Bündnis mit Rom

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Die wichtigsten germanischen Götter

WODAN oder Odin ist der schreckliche Gott des Sturmes, des Atems und damit auch der Seele, der Toten, aber auch der Wut und des Rausches. Er ist Zauberer, Krieger, Dichter, Liebhaber und Forscher, mutig, heimtückisch, klug, unheimlich.

Im Gegensatz zu den anderen Göttern ist er recht alt und hat einen grauen Bart. Bewaffnet ist er mit einem Speer, bekleidet mit einem blauen Mantel. Den Totengott begleiten die Tiere des Schlachtfeldes: zwei Wölfe und zwei Raben. Diese Raben namens Gedanke und Erinnerung berichten ihm alles, was auf der Welt geschieht. Er ernährt sich nur von berauschendem Met; Fleisch wirft er seinen Wölfen vor.

Um das Geheimnis des Runenzaubers zu erwerben, hat er ein Auge geopfert und sich selbst an einem Baum aufgehängt: Wie die urzeitlichen Schamanen kommt er zu Erkenntnis, indem er seine Seele durch Leid und Qual zwingt, den Körper zu verlassen. Man bringt Wodan Tier- und sogar Menschenopfer durch Aufhängen dar.

Dieser schamanische und dämonische Gott ist nur den Germanen eigen; bei anderen indoeuropäischen Völkern finden sich keine Entsprechungen. Da germanische Kaufleute auf ihn schworen, setzten ihn die Römer mit ihrem Handelsgott Merkur gleich. Weil die Germanen die römischen Bezeichnungen der Wochentage übernommen haben, heißt der Tag des Mercur (franz. mercredi) noch heute im Englischen Wednesday, also Wodan's day.

DONAR oder Thor ist der kraftvolle Gott des Ackerbaus. Als Gewittergott fährt er mit seinem von Ziegenböcken gezogenen donnernden Wagen über den Himmel und schleudert mit seinem Hammer Blitze.

Er ist einfach, offen und ehrlich, nährt die Guten, vertreibt die Bösen. Sein Hammer bringt Fruchtbarkeit, weiht Verträge (noch heute: Hammer des Auktionars), segnet Ehen. Donar ist jung, groß, sehr stark, derb und trägt einen feuerroten Bart. Wie seine bäuerlichen Verehrer ißt er vor allem Haferbrei.

Ähnlich ist ihm der römische Herkules. Weil aber Donar den Blitz schleudert, identifizierten ihn die Römer mit Jupiter, dessen Tag (franz. jeudi) daher Donners Tag oder englisch Thor's day heißt.

ZIU oder Tiwaz oder Tyr war der oberste Gott der Germanen, bis er von Wodan verdrängt wurde. Ursprünglich war er ein Himmelsgott (sein Name ist mit dem indoeuropäischen Wort 'Dies' = Tag, Himmel verwandt) und wurde vermutlich besonders von den Sonnenkulten der Bronzezeit verehrt.

Er trägt ein Schwert und ist Kriegsgott und Herr des Zweikampfes, außerdem Schutzherr der Ratsversammlung (des Things).

Vom Namen und in vielen Charakterzügen entspricht er dem griechischen Zeus. Als Kriegsgott sahen die Römer in ihm Mars, daher heißt dessen Tag (franz. mardi) englisch Ziu's day und deutsch Dings-Tag (nach der Versammlung).

FULL und FULLA (oder Frey/Fro und Freya), und NERTHUS und Njörd sind Fruchtbarkeitsgötter und -göttinen, Erdgottheiten, die den Frost fernhalten sollen, Götter der Liebe, der Paarung, der Geburt.

Diese Vanen-Götter sind tüchtige, fröhliche, sinnliche und friedliche Ackerbauern, die oft als Geschwisterpaare zusammenleben, und die wenig Sinn haben für den kriegerischen Ruhm, die Kraftprotzerei und die Heldentaten, die den grausamen und glänzenden Asen-Göttern so wichtig sind. Nach anfänglichem Krieg haben sich beide Göttergeschlechter vertragen, und leben nun friedlich (wenn auch nicht immer konfliktfrei) zusammen.

Die patriarchalen kriegerischen Indoeuropäer konnten sich ursprünglich überhaupt keine weiblichen Gottheiten vorstellen. Erst nach der Ansiedlung in verschiedenen anderen Ländern übernahmen sie die Göttinnen der unterworfenen, Ackerbau-treibenden Urbevölkerungen: Daher gleichen sich bei den indoeuropäischen Völkern die meisten männlichen Hauptgötter, während die Göttinnen und die Nebengötter nur wenig gemeinsame Eigenschaften und Charakterzüge besitzen.

FRIJA oder Frigg oder Fricka war die Göttin der Frauen, der Liebe, der Ehe, Geburt und Fruchtbarkeit, aber auch der Hausarbeit (ihr Attribut ist die Spindel).
Später sah man in ihr die nicht immer treue Gemahlin Wodans.

Während die Sagen von den männlichen Göttern zahlreiche Eigenschaften, Charakterzüge und Anekdoten überliefert haben, bleibt Frija - wie auch die anderen Göttinnen - nur vage umrissen. Nicht einmal ihr Aussehen wird genau beschrieben - sie ist eben 'schön', wie jede Göttin.

Man bat zu ihr um Glück in der Liebe; der Tag der Venus heißt deshalb Frijas Tag, Freitag.

ANDERE GÖETTER wie der lichte Baldur oder der heimtückische Loki sind vermutlich erst nach der Römerzeit verehrt worden.

DAS CHRISTENTUM war seit 380 n.Chr. Staatsreligion des römischen Reiches. Nachdem die heidnischen Germanenstämme im 5. Jh. römische Provinzen erobert und zu germanischen Königreichen gemacht hatten, nahmen sie mit der Zeit auch die Religion der zahlenmäßig und kulturell überlegenen Besiegten an.

Um 500 n.Chr. traten die Franken unter König Chlodwig (d.h. Ludwig) zum Christentum über, nachdem sie eine entscheidene Schlacht gegen die Alamannen gewonnen hatten.

Die Sachsen hielten an ihrer alten Religion fest, bis sie nach einem 25jährigen blutigen Krieg 800 n.Chr. von den katholischen Franken unter Karl dem Großen unterworfen wurden. (Karl ließ u.a. an einem einzigen Tag 4.500 Sachsen hinrichten.)

Die Nordgermanen, die später als Wikinger bekannt werden sollten - Norweger, Schweden, Isländer, blieben bis um 1000 n.Chr. heidnisch, als ihre Könige zum neuen Glauben übertraten und auch das Volk widerstrebend und allmählich die neue Lehre übernahm.








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